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Ich hab's geschafft

18.11.2013

Heinz Kapschak

Die 14-jährige Maxi Lorena hat es in ihrem bisherigen Leben nicht leicht gehabt. Doch wenn man sie heute sieht, kann man es kaum glauben. Ein fröhlicher Teenager mit leuchtenden Augen und einem Lachen, das ansteckend wirkt.

Das war kurz nach ihrer Geburt als Drilling leider nicht so. Die Eltern machten sich Sorgen um ihre Tochter, während die beiden anderen Geschwister sich normal entwickelten. Durch die Weitsicht der Siegener Ärzte und die enge Zusammenarbeit mit der Uniklinik in Hamburg stellte man eine seltene, außerordentlich schwer verlaufende Erkrankung des Immunsystems bei Maxi fest: eine zu damaliger Zeit noch recht unbekannte primäre Form der Hämophagozytische Lymphohistiozytose, abgekürzt HLH.

 

Geheilt werden kann diese wie viele andere Krankheiten nur durch eine Knochenmarktransplantation. Dadurch werden gesunde Vorläuferzellen des Immunsystems ohne den verursachenden Gendefekt übertragen und eine Verschlechterung des Krankheitsbildes bleibt aus. Schnell musste ein Spender gesucht werden. Ihre Drillingsgeschwister waren zu jung für eine Transplantation und somit kam nur die ältere Schwester - damals 2 Jahre alt - als Stammzellspenderin in Frage.

 

Nach einem dreimonatigen Aufenthalt in der Uniklinik Hamburg konnte die Krankheit besiegt werden. „Wir haben in dieser Zeit oft gesehen, wie wichtig die Blutkonserven sind und finden es daher sehr gut, dass das Deutsche Rote Kreuz nun hier in Siegen zu einer großen Aktion aufruft“, so die Mutter von Maxi, Ilona Rosenthal.

Für Patienten wie Maxi, aber auch für viele Leukämiekranke, ist eine Stammzellspende die letzte Rettung. Akute Fälle werden regelmäßig veröffentlicht, um Hilfe zu finden – die Suche nach einem geeigneten Spender ist aber oft schwierig und wie die Suche nach der bekannten „Nadel im Heuhaufen“. Je mehr Menschen sich daher in einer Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen, desto eher findet man einen passenden Spender.

Viele Blutspender haben in der Vergangenheit beim DRK angefragt, ob sie nicht bei einem normalen Blutspendetermin gleichzeitig Blut für die Typisierung spenden könnten. Diese Möglichkeit besteht nun in Siegen. Zusammen mit dem DRK-Blutspendedienst West und der Westdeutschen SpenderZentrale findet am Mittwoch, 11. Dezember, erstmalig in der DRK-Kinderklinik eine große Blutspende- und Typisierungsaktion statt. Von 13 bis 17 Uhr kann man sich im Sozialpädiatrischen Zentrum SPZ der DRK-Kinderklinik, Wellersbergstraße 60, 57072 Siegen, in den Dienst der guten Sache stellen. Damit auch Eltern teilnehmen können, gibt es für Kinder ab dem Kindergartenalter parallel eine Teddysprechstunde vor Ort. Hierzu können die Kinder gerne ihre eigenen Teddys, Puppen oder Kuscheltiere mitbringen.

Auf eine hohe Beteiligung an der Aktion hofft auch der ärztliche Direktor der DRK-Kinderklinik, Prof. Dr. Rainer Burghard. „Wir freuen uns, wenn unser Appell nicht ungehört bleibt, denn jede Blutspende in Kombination mit einer Knochenmarktypisierung ist enorm wichtig, weil dadurch die Chance für erkrankte Patienten enorm steigt“.

„Die Westdeutsche SpenderZentrale (WSZE) ist eine vorwiegend in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland tätige Datei für freiwillige Knochenmark- und Blutstammzellspender und zählt mit über 150.000 registrierten Spendern zu den größten Dateien in Deutschland“, so Carla Kreissig, Ärztliche Geschäftsführerin der WSZE. „Weil die Blutuntersuchungen aber auch Geld kosten, sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Jede Typisierung kostet 50 Euro. 

Bei der WSZE wurde daher ein Spendenkonto eingerichtet. Auf das Konto 100 200 400 bei der Sparkasse Hagen, BLZ 450 500 01, Kennwort „Siegen“ können Beträge eingezahlt werden, um damit die Finanzierung der Typisierungsaktion sicherzustellen“. 

Eine Typisierung ist im Alter von 18 bis 40 Jahren möglich. Für die Blutspende muss man mindestens 18 Jahre alt sein (Erstspender bis 68 Jahre) und einen gültigen Personalausweis zur Blutspende mitbringen. Für Blutspender bedeutet die Aktion keinen Mehraufwand: Das Team vom Blutspendedienst entnimmt lediglich ein weiteres Laborröhrchen Blut, das für die Untersuchung erforderlich ist. Selbstverständlich kann man sich bei dieser Aktion auch nur typisieren lassen. 

 

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