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Kurz vor den Ferien: Ein Blick nach Österreich

17.12.2015

Claudia Müller

Kurz vor den Weihnachtsferien blicken wir mal wieder über unseren Tellerrand. Wir freuen uns über einen Gastbeitrag von Christian Steinscherer vom Landesverband Steiermark des Österreichischen Roten Kreuzes.

Der Blutspendedienst in der Steiermark
Das Rote Kreuz ist in der Steiermark die einzige Organisation, die Blutspendeaktionen durchführen darf. Gemeinsam mit der Bevölkerung kommt es also zu 100 Prozent für den Bedarf an Blutkonserven auf. Dafür beschäftigt das Rote Kreuz 37 berufliche Mitarbeiter (Ärzte, Krankenpflegepersonen, Sanitäter und Verwaltungspersonal), die außerdem auf die Unterstützung von mehr als 200 ehrenamtlichen Helfern sowie – im Jahresschnitt – zehn Zivildienstleistenden setzen dürfen. Insgesamt können so bis zu 1.000 Blutspendeaktionen pro Jahr durchgeführt werden. Mehr als 32.000 Menschen geben bei diesen jährlich und unentgeltlich ihr Blut für andere. In Summe macht das dann etwa 55.000 Blutkonserven zu je einem halben Liter Blut.

Die Organisation
Um stets so effizient wie möglich zu arbeiten, wird bereits am Jahresende das darauffolgende grob skizziert. In einem weiteren Arbeitsschritt erfolgt dann die Detailplanung mit den 16 steirischen Blutspende-Bezirksreferenten, die allesamt ehrenamtlich tätig sind und die sich um die Organisation der Blutspendeaktion vor Ort kümmern. Das beinhaltet sowohl die Bereitstellung der notwendigen Räumlichkeiten als auch die Organisation der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in der Region. Letztere sind vor allem für die Verpflegung der Blutspenderinnen und Blutspender wichtig, servieren nach der Spende eine kleine Jause und sorgen als Gesprächspartner für gute Unterhaltung.
Trotz des großen ehrenamtlichen Engagements im Blutspendedienst braucht es aber auch hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Bis zu drei Abnahmeteams pro Tag machen sich aus der Verwaltungszentrale in Graz auf den Weg in alle steirischen Regionen. Um so viele potentielle Spenderinnen und Spender wie möglich zu erreichen, finden 80 Prozent der Aktionen zwischen 16 und 19 Uhr statt – also nach der Arbeit, wenn es dem Durchschnittspender (41,77 Jahre) am leichtesten fällt, noch einmal 30 Minuten seiner Zeit für das Wohl anderer zu investieren.

Der Ablauf
Für den Ablauf vor Ort sind die Teamleiter verantwortlich, die außerdem auch den Blutdruck der Spender sowie deren Körpertemperatur messen. Jede Blutspende beinhaltet in Österreich nämlich immer auch einen kleinen und kostenlosen Gesundheitscheck, im Rahmen dessen auch der Hämoglobinwert ermittelt wird. Ein zusätzlich auszufüllender Fragebogen gibt weitere Aufschlüsse über den Gesundheitszustand und mögliche Ausschlusskriterien des Spenders – das sind vor allem Auslandsaufenthalte in der jüngeren Vergangenheit oder ein zu geringer Wert an roten Blutkörperchen. 12 Prozent der potentiellen Spender sind es in Summe, die aufgrund derartiger Kriterien von den Ärzten vor Ort nicht zur Spende zugelassen werden können.
Verläuft der Gesundheitscheck erwartungsgemäß, wird der Spender elektronisch erfasst und bekommt seine noch leere Konserve überreicht. Mit dieser geht es dann direkt zum Abnahmebett, an dem ein Zivildienstleistender die letzten Vorbereitungen trifft, ehe eine diplomierte Gesundheits- und Pflegeperson die Venenpunktur durchführt. Nach geleisteter Spende gibt es dann als Abschluss noch die beschriebene Jause.

Die Spendergewinnung
Wesentlich für die Arbeit im Bereich des Blutspendedienstes ist natürlich auch die Gewinnung neuer Spender. Das geschieht vor allem durch gezieltes Ansprechen des bestehenden Spenderkreises, aber auch über eigens eingerichtete Blutspendeaktionen in Universitäten und Schulen. Zusätzlich wird in Gemeindezeitungen und über besondere Abnahmeaktionen (etwa im ORF-Landesstudio) das Publikum fortlaufend für das Thema Blutspenden sensibilisiert – mit Erfolg. Einen Mangel an Blutspendern gibt es in der Steiermark nicht.

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