Logo DRK-Blutspendedienst West

Interview mit dem WDR-Gesundheitschecker Doc Esser

27.12.2018

Stephan David Küpper

Blut ist ein Lebenselexir, es macht uns zwar nicht unsterblich, hält uns aber am Leben! Wenn man Ärzte befragt, die in ihrem Berufsalltag mit Blut Patienten therapieren und heilen, wie wichtig es ist, dass Blut immer in ausreichender Menge zur Verfügung steht, dann bekommt man immer die gleiche Antwort: Sehr wichtig, überlebenswichtig! Das sieht auch Doc Esser so, der TV-Arzt vom WDR-Gesundheitscheck engagiert sich deshalb für die regelmäßige Blutspende beim DRK. Dr. Heinz Wilhelm „Heiwi“ Esser, rockender Notarzt, volltätowierter Musikproduzent und auch der Moderator der WDR Sendung „Doc Esser – Der Gesundheitscheck“ und von „Doc Esser – Das Gesundheitsmagazin“. Doc Esser ist Facharzt für Innere Medizin und Notfallmedizin und spezialisiert auf Beatmungs- und Schlafmedizin. Im Sana Klinikum Remscheid ist er der Leiter und Oberarzt für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Intensivmedizin.

Warum engagieren Sie sich für die Blutspende?

Als Arzt weiß ich, wie oft Bluttransfusionen notwendig sind, um einen Menschen heilen zu können oder sogar ein Leben zu retten. Das Beeindruckende ist, dass man mit einer einzigen Blutspende drei Patienten helfen kann. Und man selber hat für sich auch einen kleinen Gesundheits-Check und erfährt seine Blutgruppe.

Man kennt ja diese Blutspende-Aufrufe vom Roten Kreuz, die meist in den Sommerferien und rund um den Jahreswechsel immer dramatischer werden. Warum sorgt das Rote Kreuz nicht vor?

Weil man Blutkonserven nicht - wie zum Beispiel Kopfschmerztabletten - monatelang lagern kann. Aus dem gespendeten Blut stellt der DRK-Blutspendedienst unter anderem Blutplättchenkonzentrate her, die nur wenige Tage haltbar sind. Gerade diese Thrombozyten-Präparate werden aber bei der Behandlung vieler Krebspatienten dringend benötigt. Auch unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen und Sylvester. Ich weiß, dass das DRK hier immer besonders aktiv ist. Es gibt sogar Blutspendetermine am zweiten Weihnachtsfeiertag.

Bislang hat es ja dann doch immer gereicht. Also gibt es doch genug Blutspender, oder?

Man muss sich mal klar machen, dass die Ärzte in den Krankenhäusern in NRW, in Rheinland-Pfalz und im Saarland rund 3.500 Blutkonserven transfundieren. Jeden Tag! Es müssen also jeden Tag entsprechend viele Menschen Blut spenden. Die künstliche Herstellung von menschlichem Blut ist nicht in Sicht. Das Rote Kreuz sieht mit Sorge die demographische Entwicklung. Unsere Gesellschaft altert. Das ist sehr schön, aber es gibt proportional immer weniger junge Menschen, die zum Beispiel Blut spenden. Alle, die gesund sind und noch nicht Blut spenden, sollten es unbedingt ausprobieren!

Aber das Rote Kreuz macht doch nur Geld mit den Blutspenden, die es für viel Geld an die Krankenhäuser verkauft. Und ich als Blutspender gehe leer aus!

Diesen Vorwurf gibt es seit Jahrzehnten, aber das macht ihn nicht richtiger. Der Blutspendedienst des Roten Kreuzes ist eine gemeinnützige GmbH, die mit dem Verkauf der Blutkonserven lediglich die Kosten deckt, die entstehen. Der Blutspendedienst ist ja kein großer Kühlschrank, in dem das gespendete Blut einfach irgendwie aufbewahrt wird. Jede Blutspende wird untersucht; aus jeder Blutspende werden bis zu drei Arzneimittel hergestellt. Und erstmal müssen jeden Tag 3.500 Blutspender motiviert und die Blutspendetermine organisiert werden. Das kostet natürlich alles Geld. Das Transfusionsgesetz schreibt vor, dass die Blutspende freiwillig und unentgeltlich sein muss. Niemand soll Blut spenden, weil er dringend Geld braucht und deswegen vielleicht mögliche Infektionsrisiken lieber verschweigt. Einige Blutspendedienste zahlen den Blutspendern eine Aufwandsentschädigung, aber das Rote Kreuz sagt, dass eine Blutspende eben auch eine Spende ist, die man gibt, um anderen zu helfen.

Was sagen Sie denen, die kein Blut sehen können und Angst haben, bei der Blutspende umzukippen?

Das kann ich verstehen, aber das Rote Kreuz kümmert sich wirklich aufmerksam und liebevoll um seine Blutspender. Sie liegen während der Blutspende und werden permanent betreut. Und sie müssen während der Blutspende weder hinschauen noch dran denken, sondern können sich mit den DRK-Mitarbeitern oder den anderen Blutspendern über Gott und die Welt unterhalten. Außerdem kann man seine Ängste am besten überwinden, wenn man sich ihnen stellt.

Was empfehlen Sie Menschen, die zum ersten Mal Blut spenden?

Einfach mal machen! Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit, damit Sie Ihre Fragen in Ruhe mit dem Arzt vor Ort besprechen können und nach der eigentlichen Blutspende, die maximal zehn Minuten dauert, noch Zeit für den leckeren Imbiss haben. Bringen Sie auf jeden Fall Ihren Personalausweis mit. Im Unterschied zur Blutabnahme beim Hausarzt, kommen Sie bitte nicht mit völlig leerem Magen. Für Ihren Kreislauf ist es besser, wenn Sie vor der Blutspende eine Kleinigkeit gegessen haben. Und freuen Sie sich auf das gute Gefühl danach, wenn Ihnen klar wird, dass Sie jetzt Lebensretter sind.

Sind Sie selbst denn Blutspender?

Ja, für mich war das kein Problem, weil ich als Arzt einfach davon fasziniert bin, wie schnell man anderen Menschen auch auf diese Art helfen kann - ich fühle mich immer gut, wenn ich Blut gespendet habe.

BILDER ZUM BEITRAG

KOMMENTARE ZUM BEITRAG

S.Leicher 10.01.2019, 15:55 Uhr

Da gebe ich Doc Esser Recht, habe jetzt zum 3.Mal Blut gespendet.Beim ersten Mal alles paletti,beim zweiten Mal musste abgebrochen werden,da ich Kreislaufprobleme bekam und dann 1,5 Std.an den Tropf musste.War aber meine Schuld,hatte nicht genug gegessen und war wohl unterzuckert.Beim dritten Mal war wieder alles ok,obwohl ich schon Schiss hatte.Mache es um anderen zu helfen und gegen meinen Bluthochdruck,der bis zu 4 Wochen danach tiptop ist.Kann ich nur jedem empfehlen,bin eigentlich ein Blut-und Spritzenschisser aber ist alles easy.

Schreiben Sie einen Kommentar

Logo: DRK-Blutspendedienst West